Medizinische Haarenzyklopädie
Dermatologische Pathologien und evidenzbasierte klinische Leitlinien nach internationalen Standards.
KLINISCHE LEITLINIE & PATHOLOGIE
Lichen Planopilaris (LPP): Diagnose- und Behandlungsleitfaden
Erstellt von: Dr. Muhammet Özgehan | Türkische Gesellschaft für Haar- und Kopfhauterkrankungen
Dieser Leitfaden wurde von Dr. Muhammet Özgehan unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur zusammengestellt.

📌 Patienteninformation: Was bedeutet dieser Zustand?
Lichen planopilaris (LPP) ist eine Form des Haarausfalls, die durch die Entzündung und den allmählichen Verlust der Haarfollikel gekennzeichnet ist, die von Immunzellen angegriffen werden. Es handelt sich um eine permanente (narbenbildende) Art des Haarausfalls. Wird sie nicht frühzeitig behandelt, wachsen in den betroffenen Bereichen keine Haare mehr nach.
- Was sind die Symptome?: Sie beginnt mit Juckreiz, Stechen, Brennen, Empfindlichkeit und Rötungen auf der Kopfhaut. Mit der Zeit bilden sich in diesen Bereichen glatte und glänzende Narben, in denen die Haarfollikel vollständig verschwunden sind.
- Was ist zu tun?: Bei Haarausfall, der von starkem Juckreiz und Brennen begleitet wird, ist es von entscheidender Bedeutung, unverzüglich einen Facharzt aufzusuchen.
🩺 Klinischer & medizinischer Leitfaden für Ärzte
- Ätiologie und Pathophysiologie: Es ist die häufigste Form der primären lymphozytären vernarbenden Alopezien. Ziel sind die Stammzellen im Infundibulum- und Isthmusbereich.
- Diagnosekriterien: Follikuläre Hyperkeratose, perifollikuläres Erythem und livid-rötliche Ringe. Positiver Zupftest an den aktiven Rändern.
- Histopathologische Diagnose (Punch-Biopsie):
- Technik: Eine 4 mm Punch-Biopsie sollte vom Rand der aktiven Läsion (dort, wo das perifollikuläre Erythem am intensivsten ist) entnommen werden; das Material sollte in transversen (horizontalen) Schnitten untersucht werden.
- Pathologie: Dichtes lymphozytäres Infiltrat um den Isthmus (lichenoides Infiltrat), Verlust der Talgdrüsen und perifollikuläre Fibrose.
- Aktuelle Behandlungsprotokolle: Topische/intraläsionale Kortikosteroide; systemisch Hydroxychloroquin, Ciclosporin oder Methotrexat. Darüber hinaus können Fachkenntnisse und Behandlungsansätze für klinische und chirurgische Bewertungen herangezogen werden.
Wissenschaftliche Referenzen und Bibliografie
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